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Ungarische Volksgeschichten – das Märchen von der Meinungsfreiheit

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Martha über die Wahlen (2018)

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In allen Gesprächen, die ich mit Martha führe, geht es immer um die Politik und wie der ungarische Staat die Menschen unterdrückt. Ich nicke und gebe mit einem obligatorischen „értem“ (das heißt: ich verstehe) zur Kenntnis, dass mir die Probleme, mit dem das Land zu kämpfen hat, bekannt sind. Dabei muss ich zugeben, mir sind die Probleme zwar bekannt, aber verstehen tue ich sie nicht wirklich. Ich denke dann, Ungarn liegt in der EU, also kann es gar nicht so schlimm sein, wie Martha es immer behauptet.  

In Ungarn gibt es, ebenso wie in Deutschland, das Wahlrecht: Allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim. So kenne ich es von hier und nehme es als selbstverständliches hin. In Ungarn müsste es doch als demokratisches EU-Land die gleichen Wahlrechtsgrundsätze haben.

Dank Martha weiß ich allerdings, dass die Realität anders aussieht.
Neben der neuen Reformierung des Wahlsystems im Jahr 2011, die es der Opposition erschweren soll ins Parlament einzuziehen, wird ebenfalls gerne die Taktik angewandt, Scheinparteien aufzustellen. Dies soll die Wähler verwirren und mehr Stimmen für die große Regierungspartei einfahren.
Die Scheinparteien in Ungarn zeigen, wie tief die Demokratie gesunken ist.

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Martha über die Diskriminierung in Ungarn

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Über Orbans politische Machenenschaften wird in großen europäischen Zeitschriften wie The Guardien oder Der Spiegel berichtet. Betont werden hierbei immer wieder die Wahrung von Traditionen und von konservativen Werten, die Ungarns Bürger auszumachen scheinen. All diese Beiträge geben einen objektiven Einblick in das jeweilige Geschehen. Thematisiert wird jedoch nicht, wie es denjenigen im Land ergeht, die sich nicht in die Schublade des „normalen ungarischen Bürgers“ einsortieren lassen. 

Auch im Landesinneren bleiben die Vergleiche der ungarischen Politikführung mit einer Diktatur nicht unbemerkt. Wer allerdings denkt, das gesamte ungarische Volk steht hinter der Regierung, der irrt sich. Nicht jeder steht hinter dem gebauten Zaun und applaudiert, wenn die Migranten, die Einlass in Europa suchen, „aufgehalten“ werden. Vielen Bürgern kommt diese „Hass-Taktik“ bekannt vor, denn sie wird nicht nur gegen Asylsuchende, sondern auch gegen die eigene Bevölkerung angewandt.



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Martha über die kostenlose Zeitschrift: Metró vs Lokál

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Der Durchschnitts-Budapester benutzt meist die öffentlichen Verkehrsmittel, um von A nach B zu kommen. Hierbei ist die „metró“, die U-Bahn, das meist genutzte Transportmittel.
Um mit dieser zu fahren, ist das Abtauchen in den großstädtischen Untergrund unumgänglich, für die Unterhaltung während der Fahrt ist hier bestens gesorgt. Geht man durch den orangefarbenen Ticketstanzer, so wird nicht nur das Ticket entwertet, sondern man bekommt des Öfteren eine kostenlose Zeitschrift mit in die Hand gedrückt.
 
Auf den ersten Blick scheint diese eine recht unscheinbare kostenlose Tageszeitung zu sein mit den gängigsten Themen wie Sport, Wetter und die Migrantenflut, die Ungarn bedroht. 
Eins dieser Themen erscheint anders als die anderen, unter die gängigsten Tagesthemen wird nämlich noch eine gute Portion Propaganda und Fake News untergemischt.

Die vorsichtige Dosierung von falscher Information soll als unauffälliger, schleichender Prozess die Menschen „umpolen“, und zwar so wie die Regierung sich das wünscht.

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Martha über den Vorfall mit Prof. Hammer

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Wer den Namen George Soros kennt, gehört vermutlich zu den Kreisen der Verschwörungstheoretiker, die die Probleme dieser Welt auf ein einzelnes Individuum zurückführen wollen. In Deutschland kennen diesen Namen die wenigsten.

Doch wenn der Präsident des eigenen Landes Verschwörungstheorien verbreitet, dann fällt auch der Name George Soros des Öfteren in den staatlichen Medien.
George Soros ist ein US-amerikanischer Börsenmilliardär und ein großer Unterstützer der Bildung in Ungarn. So gründete er in seiner ehemaligen Geburtsstadt, Budapest, die Central European University (CEU).
Was George Soros laut Orban jedoch ebenfalls unterstützt, ist die „Migrantenflut auf Europa“, dazu natürlich auch noch jegliche Demonstrationen gegen die ungarische Regierung. Einfach ausgedrückt, laut Orban kontrolliert Soros das Weltgeschehen.
Aufgrund dieser Stigmatisierung wurde Soros zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt. Dies ging sogar soweit, dass Soros ein Teil der Wahlkampf-Strategie des Fidesz (Orbans Partei) wurde.

Bei dieser Art von Anfeindungen wurde mir klar, dass auch die besagte Uni CEU bald ein Opfer dieser blinden Hasskampagne wird. So wurde 2019 verkündet, dass die CEU die erste Universität sein wird, die aufgrund der ständigen Anfeindungen umziehen muss.

Allerdings sind nicht nur Soros oder Akademiker der CEU dem Regime ein Dorn im Auge.

Das beweist der Fall des Universitätsprofessors für Medienwissenschaft, Professor Hammer, der an der Eötvös-Loránd-Universität unterrichtet und ein ehemaliger Dozent von Martha ist. 

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Marthas Grund für die Auswanderung

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Was bleibt einem, wenn man nicht mehr reden darf?
Wenn man für seine Meinung verachtet wird und man keine Perspektive in der Zukunft sieht?
Wenn man wählt, aber die Wahlen nicht ehrlich sind, die Presse manipuliert und die eigene Meinung missbilligt wird?

Man wandert aus.
Danach entfremdet man sich von der einstigen Heimat.
Ich lebe seit 13 Jahren in Deutschland und ich fühle mich eher deutsch als ungarisch.
Die einzigen Personen, mit dem ich noch ungarisch rede sind meine Eltern und Martha.
Würde man mich fragen, ob ich zurück gehen will, würde ich klar "Nein" sagen. Meine ungarische Staatsbürgerschaft behalte ich meiner Mutter zuliebe.
Ihre Begeisterung für die ungarische Kultur, das Essen und die Literatur macht sie als Person zum großen Teil aus.
Sie schafft es, die Regierung und die Politik auszublenden, aber ich nicht mehr.
So ergeht es auch Martha.
Sie hat ein Ziel, sie will weg.

Das größte Problem in Ungarn sind nicht die Massen der Einwanderer, sondern die, die auswandern.
Auch wenn die ungarische Bevölkerung ein anderes Märchen aufgetischt bekommt.
http://https//www.derstandard.de/story/2000097857795/zu-viel-einwanderung-von-wegen-warum-ungarns-wahres-problem-auswanderung

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Kapitel 1 Ungarische Volksgeschichten – das Märchen von der Meinungsfreiheit

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Kapitel 2 Wahlen die keine sind

Martha über die Wahlen (2011)

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Kapitel 3 Die „Anderen“

Die "Anderen" die an allen Schuld sind

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Kapitel 4 Mediales Brainwashing

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Kapitel 5 Akademiker mit Risiko

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Kapitel 6 Die Auswanderer

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