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Los geht's

Mit Hand und Herz.

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Titelfolie

Ein Glasmacher.
Eine Konditorin.
Ein Steinmetz.

Angelo, Miriam und Aaron entschieden sich gegen den Trend. Während immer mehr junge Deutsche studieren gehen, entschlossen sie sich für eine Handwerkslehre.

Was die drei eint: Die Liebe zum Beruf.
Und ihre Heimat, der Schwarzwald.

Was fasziniert Angelo am Handwerk?
Wird Miriams Beruf überleben?
Und wie sieht Aarons Zukunft aus?

Eine Multimedia-Reportage über drei junge Handwerker
aus dem Südwesten.

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In den letzten zwanzig Jahren ist die Zahl von Studenten in Deutschland um rund eine Million gestiegen.
Gleichzeitig hat sich die Zahl der Handwerkslehrlinge fast halbiert.

Das hängt unter anderem mit den veränderten Bildungsentscheidungen zusammen: Immer mehr Schüler entscheiden sich für ein Abitur. Abiturienten lassen sich schlecht für das Handwerk gewinnen: Nur 13 Prozent aller Handwerkslehrlinge haben eine Hochschulreife.
Hinzu kommt der Prestige-Faktor. Es gilt die Devise: Wenn mein Kind es gut haben soll, dann geht es studieren.
Gegenüber Bachelorabsolventen haben Handwerker mit Fortbildungen aber kaum Gehaltsnachteile, so der Zentralverband des Deutschen Handwerks. 








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Trotz aller Unterschiedlichkeit ihrer Berufe haben Angelo, Miriam und Aaron einiges gemeinsam:
Sie lieben ihren Beruf.
Sie lieben es, etwas zu erschaffen.
Das Handwerk liegt bei ihnen in der Familie.

Obwohl der Trend in eine andere Richtung geht, haben
sich auch im Jahr 2016 rund 119.000 Lehrlinge in Deutschland für einen Start im Handwerk entschieden.

Was die Zukunft ihnen und den drei Handwerkern aus dem Schwarzwald bringt, kann niemand genau wissen.

Doch es gilt:
Wer Leidenschaft mitbringt, wird in jedem Beruf glücklich.

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Anja Agert.
Fährt nie wieder mit Vorderradantrieb in den Schwarzwald.
Charlotte Muziol.
Selina Spiess.
Kennt jetzt ihren zweiten Berufswunsch: Konditorin.
Lea Weinmann.
Hat ihr geliebtes Saarland 2.0 gefunden.
Max Wöhr.
Hat sein LTE schrecklich vermisst.


Mit besonderem Dank an

Angelo Busam und die Dorotheenhütte Wolfach,
Miriam Steinebrunner und das Ehepaar Bockstaller,
Aaron Weisser und seine Familie.

Hochschule der Medien, Stuttgart.
Im März 2018.



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"Man gibt sich bei jedem einzelnen Stück Mühe und am Ende bleibt das schöne Gefühl, etwas gemacht zu haben."

Angelo hat seine Ausbildung 2015 beendet.
Er war der beste Glasmacherlehrling in ganz Deutschland.

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Die Dorotheenhütte in Wolfach ist die letzte, aktive Mundblashütte im Schwarzwald.

Früher waren hier knapp 100 Glashütten angesiedelt. Die Region lieferte der Glasproduktion viele wichtige Rohstoffe: Quarzsand, Buchenholz für Pottasche, Tannen- und Fichtenholz für das Schmelzfeuer.

Nach dem zweiten Weltkrieg arbeiteten zwischen 200 und 250 Glasmacher in der Dorotheenhütte - heute sind es noch fünf.
Sie produzieren Vasen, Schalen, Weingläser, Tiere und andere Dekogegenstände für den eigenen Shop. Manchmal gibt es noch Einzelaufträge. Verträge mit dem Großhandel gehören schon lange der Vergangenheit an.

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400 Kilo flüssiges Glas brodeln in dem Ofen.

Quarzsand, Soda, Pottasche, Bleioxid, Zinkweiß, Feldspat und Leuterungsmittel - aus diesen Rohstoffen setzt sich das "Gemenge", der Ausgangsstoff des Glases, zusammen. Das genaue Rezept ist ein Betriebsgeheimnis der Dorotheenhütte.

Die Sandmischung wird über Nacht bei 1400 Grad Celsius geschmolzen. Dann kühlt sie etwas ab. Bei 1200 Grad Celsius lässt sich die glühende Masse dann am besten verarbeiten.



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Glasmacher_Vasenproduktion
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Angelo ist Glasmacher. Er stellt Gläser manuell her, kann im Gegensatz zum Glasbläser aber auch vollautomatische Maschinen bedienen.

Bei den klassischen Glasbläsern gab es in Deutschland seit 2012 keinen neuen Lehrling mehr. Die Dorotheenhütte ist der Meinung, dass der manuelle Glasbläserberuf nur noch in einigen Schauhütten weiterleben wird - für den Tourismus.

Dank seinem Abitur könnte Angelo aber auch in die Glasindustrie einsteigen, mit einer Weiterbildung zum Industriemeister, zum Techniker oder einem Studium.
Die Aussichten sind gut: Die Glasindustrie boomt
und winkt mit ordentlicher Bezahlung.

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- Angelo Busam, Glasmacher

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"Ich liebe es, die Menschen mit meinem Beruf glücklich zu machen."

Miriam ist im zweiten Lehrjahr.

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Im schneebedeckten Kurort Todtmoos geht es ruhiger zu. Zwischen den hohen, schwarzen Tannen hängt dichter Nebel.

Im Café Bockstaller scheint warmes Licht.

Die Konditorei ist bekannt für ihren Charme und ihre Qualität.
Die Spezialitäten des Hauses: Todtmooser Lebkuchen, Pralinen und natürlich Schwarzwälder Kirschtorte.

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Franz und Gabriele Bockstaller sehen es als Verantwortung dem Beruf gegenüber, Konditoren auszubilden. Sie müssen nie lange nach Lehrlingen suchen, das Café ist bei Azubis beliebt: 2017 wurden die Bockstallers mit einem Zertifikat für vorbildliche Ausbildung ausgezeichnet.

"Wir kümmern uns einfach um die Lehrlinge", sagen die beiden. Das sei in der Branche nicht selbstverständlich.

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Konditorin_Pralinenproduktion
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Rund 3.000 Konditoreien gibt es in Deutschland. Die meisten davon sind regional geprägte Familienunternehmen im Mittelstand.

In den letzten drei Jahren ist die Zahl der Konditorlehrlinge sogar leicht gestiegen - im Gegensatz zur Zahl der Handwerkslehrlinge bundesweit, die seit Jahren sinkt.

Sorgenfrei ist die Branche dennoch nicht. Es gibt große Nachfolgeprobleme. "Wir haben zwar genug junge Konditoren, aber die wollen nicht selbstständig werden", sagt Franz Bockstaller.

Der Grund: Selbstständige arbeiten selbst und ständig.
Die Bockstallers wissen das zur Genüge. Sie haben Glück:
Ihr Sohn wird den Betrieb in wenigen Jahren übernehmen.


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Die Konditorei produziert nicht für die Masse. Stattdessen legt sie größten Wert auf Qualität - die muss immer stimmen. "Anders würden wir nicht lange überleben", sagen die Bockstallers.

Eine Minute dauert es im Schnitt, eine einzelne Praline zu zaubern. Die Handarbeit hat ihren Preis.

Das ist es den Kunden im Café Bockstaller aber wert.
So mancher reist sogar aus Zürich an, um den hausgemachten Apfelkuchen zu kaufen.

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- Miriam Steinebrunner, Konditorin

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"Es gibt Sonnentage und Regentage, aber ich bereue meine Entscheidung nicht."

Aaron ist Deutschlands bester Steinmetz 2016. Im September tritt er bei den Europameisterschaften in Budapest an.

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In dem Städtchen 25 Kilometer südöstlich von Rottweil
ist Aaron zu Hause.

Er teilt sich die Heimat mit den bekannten Junghans Uhren und der schwäbisch-alemannischen Fasnet.

Zum Feiern hat Aaron aber nur selten Zeit. Er wird im Familienbetrieb gebraucht.

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Das Täglich Brot des Steinmetzes sind Grabsteine.
Der Friedhof liegt direkt gegenüber der Werkstatt.

Aarons Stiefmutter, Martina Weisser, ist Bestatterin.
Die Familie arbeitet Hand in Hand zusammen.

Durch die Verbindung der beiden Geschäftsformen kann das Familienunternehmen gut überleben. Gäbe es nur den Steinmetzbetrieb, wäre es viel schwerer.

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In der Werkstatt der Familie Weisser liegen zwischen Hammern, Sägen und Steinen die Bobbycars von Aarons
drei kleinen Halbgeschwistern.

Die ganze Familie kommt hier täglich zusammen: Aaron,
sein Vater Arndt, Stiefmutter Martina, Opa Rolf und die
Kinder Arne, Lisa und Quentin.

1971 haben Arndt und Rolf Weisser die Firma
gegründet. Aarons Zukunft ist in Stein gemeißelt.
Er wird den Familienbetrieb weiterführen.

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Das Wissen, das ein Steinmetz braucht, wird oft unterschätzt. Auf dem Lehrplan stehen Mathematik, technisches Zeichnen sowie Stil- und Gesteinskunde.

Bevor gemeißelt wird, muss eine genaue Planung stehen. Dafür braucht es viel räumliches Vorstellungsvermögen und Präzision, sagt Aaron.

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Monumentale Pyramiden.
Ausgefeilte griechische Tempel.
Kunstvolle Kathedralen.

Ohne den Steinmetz würden all diese Bauwerke nicht existieren. Es ist einer der ältesten Berufe der Welt.

Aktuell gibt es noch rund 5.000 Steinmetzbetriebe in Deutschland, die Zahlen sind rückläufig. Die meisten Betriebe haben drei bis fünf Mitarbeiter. Alle suchen Nachwuchs. Wer heute als junger, ausgebildeter Steinmetz auf den Markt kommt, wird nicht lange nach Arbeit suchen müssen.

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- Aaron Weisser, Steinmetz

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