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Werbung unter Strom – Die Geschichte der Elektrizitätswerbung von 1880 bis heute

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Grafik Werbung unter Strom

Elektrizität durchdringt gegenwärtig beinahe all unsere Lebensbereiche. Doch vor knapp 140 Jahren spielte sie im Leben der allermeisten Menschen noch keine Rolle. Durch Werbung wurde auf sie aufmerksam gemacht und Werbung war es auch, die ihr dazu verhalf, sich in der Gesellschaft zu etablieren. Dabei wurde die Werbebranche selbst von der Elektrifizierung erfasst und mitgestaltet.  

Entdecke den spannenden Prozess der Elektrifizierung Deutschlands und ihre wechselseitige Beziehung mit der modernen Werbung – anschaulich illustriert durch historische Werbebeispiele, interaktive Informationsseiten, Video- und Audiobeiträge.  

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Ende des 19. Jahrhunderts war Elektrizität noch eine absolute Seltenheit in deutschen Haushalten. Zu Beginn des Elektrifizierungsprozesses in Deutschland war das Ziel der neu aufkommenden Werbung daher zunächst die Gesellschaft über die neue Energieform aufzuklären. Durch Akzeptanz und Nachfrage sollte Unterstützung für den Ausbau der Elektrizität geschaffen werden.
Somit wurde vor allem das elektrische Licht zum Botschafter der Elektrizität und Sinnbild des Fortschritts.  


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In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg professionalisierte sich die Elektrizitätswerbung und neben Landwirtschaft und Gewerbe wurden auch die ersten Haushalte ins Visier der modernen Gemeinschaftswerbung genommen. Die Werbeaktivitäten wurden ausgebaut und neue Medien wie Kundenzeitschriften oder Filme kamen zum Einsatz. Ziel war es, Stromanschlüsse vor allem für die elektrische Beleuchtung auszubauen und damit den Konkurrenten Gas aus dem Geschäft zu drängen.


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Trotz Beleuchtungsmöglichkeiten durch Strom oder Gas war in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts in vielen Haushalten die Petroleumlampe noch Standard. Sie konnte flexibel transportiert und genau dorthin gestellt werden, wo man sie gerade brauchte. Dazu war sie eine preiswerte Lichtquelle, da die Installationskosten für die Umrüstung und der Betrieb mit Strom und Gas meist zu teuer waren. Doch mit dem Ersten Weltkrieg sollte sich diese Einstellung zum Petroleum ändern.


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Allmählich stabilisierte sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland. Die Elektrizitätsbranche bemühte sich durch Gemeinschaftswerbung und einer Ausweitung der Zielgruppe darum, Strom in jeden Haushalt zu bringen. Dies sollte zwar erst Jahrzehnte später der Fall sein, doch die Elektrizität war bereits nicht mehr aus der Gesellschaft wegzudenken.


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Im nationalsozialistischen Regime hing die Gestaltung der Elektrizitätswerbung maßgeblich vom Strombedarf der Rüstungsindustrie ab. Anfang der 1930er Jahre sollte der Verkauf von elektrischen Geräten und die Installation von Stromleitungen im Sinne der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu mehr Beschäftigung führen. In Kriegszeiten musste Strom dagegen für die Rüstung gespart werden. Durch die Gleichschaltung von Wirtschaft und Werbung und der daraus entstehenden Verbraucherlenkung sollte das Konsumverhalten der Gesellschaft im Sinne des Staates gelenkt werden.


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Nach der harten Nachkriegszeit setzte in den 1950er Jahren durch den Marshallplan, die Währungsreform und die Einführung der sozialen Marktwirtschaft ein rasantes wirtschaftliches Wachstum in der BRD ein. Diese Jahre verankerten sich als die Zeit des Wirtschaftswunders im kollektiven Gedächtnis.

Insbesondere der Elektrizitätsindustrie kam dieser wirtschaftliche Aufschwung durch die Ausstattung von Privathaushalten mit Elektrogroßgeräten, wie Kühlschränken oder Waschmaschinen, zu Gute. Der „Wirtschaftswundermensch“ wollte konsumieren und modern, also elektrisch, eingerichtet sein.


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Was in den 20er Jahren begann, war schließlich in den Wirtschaftswunderjahren vollendet: Elektrizität stand nun flächendeckend zur Verfügung und der durchschnittliche deutsche Haushalt war mit elektrischen Helfern und Unterhaltungstechnik ausgestattet. Das enorme Wirtschaftswachstum führte jedoch zu einer nie da gewesenen Belastung der Natur. In den 1970er Jahren resultierte daraus ein neues Bewusstsein für die Umwelt und ihre Verschmutzung. Damit rückten Elektrizitätsunternehmen massiv in die Kritik.


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Nachdem sich das ost- und westdeutsche Stromversorgungsnetz seit 1954 getrennt von einander entwickelt hatte wurde 1995, fünf Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands auch das Stromnetz wieder zusammengefügt. Die Werbebranche musste sich nun der Herausforderung stellen unterschiedliche Kommunikationsansätze zu vereinen. Wollten Verbraucher im Osten Deutschlands vor allem informiert werden, spielte im Westen der Imagefaktor eine entscheidende Rolle. Oft wurden daher unterschiedliche Kampagnen für die jeweilige Region entworfen.

1998 markiert schließlich die Liberalisierung des Strommarkts einen Umbruch in der Energieversorgung und deren Werbung.  


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Rund hundert Jahre nach dem Start des Elektrifizierungsprozesses begann mit der Entwicklung des Internets ein neues technologisches Phänomen die Gesellschaft zu durchdringen und sich nach der Jahrtausendwende zu etablieren: Die Digitalisierung. Elektrizität hat in unserer digitalisierten Welt einen unersetzbaren Stellenwert erreicht und somit sind die umweltfreundliche und erneuerbare Energiegewinnung sowie die Steigerung der Energie-Effizienz mehr denn je zentrale Fragen der Elektrizitätsbranche.


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Grafik Werbung unter Strom

... solange war nun diese Zeitreise von den Anfängen der Stromübertragung über die Einführung von Glühbirnen im Haushalt und der Etablierung des Elektroherds und der Waschmaschine. Es folgten in den letzen Jahrzehnten die Digitalisierung und Energiewende. Begleitet wurden die Elektrifizierungsphasen jeweils durch die Entstehung von Plakaten, Lichtreklame, Film, Radio, Fernsehen oder Online-Medien.

140 Jahre voller Innovationen und gegenseitiger Wechselwirkung von Elektrizität und Werbung.

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"Werbung unter Strom – die Geschichte der Elektrizitätswerbung von 1880 bis heute"

Vollbild

Von Sophia Hoffmann

Diese Pageflow-Reportage ist im Zuge einer Bachelorarbeit im Fach Medienwissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen entstanden. 

Vielen Dank an PD Dr. Ulrich Hägele für die Betreuung der Arbeit und an das Umspannwerk Recklinghausen Museum Strom und Leben sowie das Konzernarchiv RWE für die Bereitstellung eines Großteils des Bildmaterials. 

Auf den weiteren Seiten befinden sich die Bild-, Audio- und Recherchequellen.

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Quellenverzeichnis: Bild- und Audiomaterial

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Grafiken und Animationen:

Sophia Hoffmann



Abbildungen: 

1880 – 1910 - Aufklärungsarbeit - Kaiserreich

Titelbild, Werben für die Wirtschaft, Ausstellungen
Umspannwerk Recklinghausen - Museum Strom und Leben 

Plakate (Elektra und Prometheus)
Aus der Publikation „‚Hier wirkt Elektrizität‘ Werbung für Strom 1890 bis 2010“


1910 – 1914 – Systematisierung - Kaiserreich

Titelbild, Elektrisches Licht als Einstieg, Der Kampf zwischen Elektrizität und Gas: Elektrisch Licht 
Aus der Publikation „ ‚Hier wirkt Elektrizität‘ Werbung für Strom 1890 bis 2010“

Gefelek-Gemeinschaftswerbung + Bilder der Animation „Plakate, Flugblätter und Kundenmagazine“, Der Kampf zwischen Elektrizität und Gas: Gasglühlicht
Umspannwerk Recklinghausen - Museum Strom und Leben

Die ersten Werbefilme  
Foto von Fotolia


1914 – 1923 – Patriotismus – Erster Weltkrieg und Nachkriegszeit

Titelbild, Stromverbrauch als Dienst am Vaterland
Umspannwerk Recklinghausen - Museum Strom und Leben

Arbeitskräftemangel und Inflation
Foto von Pixabay  https://pixabay.com/de/service/license/


1923 – 1933 - Die Goldenen Zwanziger – Weimarer Republik

Titelbild, Bügel und Kochstrom
Aus der Publikation „ ‚Hier wirkt Elektrizität‘ Werbung für Strom 1890 bis 2010“:


Zielgruppe „Volk“, Traditionelle Rollenbilder für moderne Technik
Umspannwerk Recklinghausen - Museum Strom und Leben

Elektrohof und Werbewagen
Historisches Konzernarchiv RWE


1933 – 1945 - Gleichschaltung - Nationalsozialismus

Titelbild, Gleichschaltung (Plakat: Deutscher Strom für Deutsche Arbeit)
Historisches Konzernarchiv RWE

Freude durch Elektroherd
Aus der Publikation „ ‚Hier wirkt Elektrizität‘ Werbung für Strom 1890 bis 2010“

Gemeinschaftswerbung der AFE, Kampf dem Verderb, Kohlenklau, Gleichschaltung (Schild: Elektrogemeinschaft)
Umspannwerk Recklinghausen - Museum Strom und Leben


1945 – 1970 – Weiße Ware – Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder

Titelbild, Weiße Ware, Nachtspeicherheizung und neue Energiegewinnung
Aus der Publikation „ ‚Hier wirkt Elektrizität‘ Werbung für Strom 1890 bis 2010“

Wiederaufbau
Änderung: Ausschnitt; Bundesarchiv, Bild 183-Z1218-316 / Kolbe / CC BY-SA 3.0 de

Wattfraß und Tausend Tele Tips
Umspannwerk Recklinghausen - Museum Strom und Leben


1970 – 1990 – Neues Umweltbewusstsein – BRD und DDR

Titelbild
Historisches Konzernarchiv RWE

Stromerzeuger am Pranger
Änderung: Ausschnitt; Bundesarchiv, Bild 183-1990-0402-020 / Kluge, Wolfgang / CC-BY-SA 3.0

Imagewerbung, Lieferengpässe und evangelischer Umweltschutz
Aus der Publikation „ ‚Hier wirkt Elektrizität‘ Werbung für Strom 1890 bis 2010“


1990 – 2010 Strommarktliberalisierung Wiedervereintes Deutschland

Titelbild, Werbeschlacht (Plakat Yello)
Umspannwerk Recklinghausen - Museum Strom und Leben

Werbeschlacht (Plakat RWE)
Historisches Konzernarchiv RWE 

Ökostrom
Foto von Pixabay https://pixabay.com/de/service/license/


2010 – heute – Energiewende – heute und morgen

Titelbild, Treibstoff des Internets, Strom tanken
Foto von Pixabay https://pixabay.com/de/service/license/

Energiewende
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: https://www.deutschland-machts-effizient.de/KAENEF/Navigation/DE/Service/Nutzungsbedingungen/nutzungsbedingungen.html



Audio:


Sprechertexte
Sophia Hoffmann

Geburt des Hörfunks (Radio-Werbung der AEG)
Wilhelm Tartler

Die ersten Werbefilme, Treibstoff des Internets (Hintergrund-Atmo)
https://freesound.org

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Quellenverzeichnis: Literatur

Vollbild

Beier de Haan, R. (2015). Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft Berlin. Abgerufen am 17.5.2019 von https://www.dhm.de/lemo/kapitel/kaiserreich/industrie/aeg 

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Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (o.D). Deutschland macht's effizient. Abgerufen am 25.5.2019 von: https://www.deutschland-machts-effizient.de/KAENEF/Navigation/DE/Home/home.html 

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (o.D.). Elektromobilität in Deutschland. Abgerufen am 5.5.2019 von: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/elektromobilitaet.html 

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Franzenburg, A. (2008). Wenn Ökostrom zur Mogelpackung wird. Abgerufen am 25.5.2019 von: https://www.greenpeace.de/themen/energiewende/erneuerbare-energien/wenn-oekostrom-zur-mogelpackung-wird 

Fridays for Future (o.D.). Forderungen. Abgerufen am 25.5.2019 von: https://fridaysforfuture.de/forderungen/faq/ 

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Grafik leuchtende Glühlampen

Thomas A. Edison war zwar nicht der Erfinder der Glühbirne (obwohl sie ihm häufig zugeschrieben wird), er führte jedoch die Idee, einen Platin- bzw. Kohledraht zum Glühen zu bringen, weiter. 1879 entdeckte er mit seinem Team, dass Bambusfasern zunächst am besten für einen Glühdraht geeignet waren. Bald wurden diese jedoch durch diverse Metalllegierungen ersetzt und die elektrische Beleuchtung trat ihren Siegeszug an. Ein entscheidender Vorteil von Edisons Glühlampe war, dass sie durch von ihm entworfene Sicherungen, Fassungen, Schalter und Stromerzeugungsanlagen, sofort einsatzfähig war.  

Neben Edison brachten Ende des 19. Jahrhunderts auch die ersten Firmen Innovationen wie das elektrische Bügeleisen oder Kochtöpfe auf den Markt. Da jedoch nur vereinzelt Haushalte schon an ein Stromnetz angeschlossen waren und Elektrizität dazu sehr teuer war, verbreiteten sie sich erst einige Zeit später.










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Bild: Bügle elektrisch! System Prometheus

Mit Hilfe der Glühlampe und des elektrischen Lichts sollten schon früh auch Haushalte für den Strommarkt erschlossen werden. Ein Lichtanschluss stellte aber auch die Möglichkeit dar, das Bedürfnis nach weiteren Kleingeräte wie elektrischen Kochtöpfen, Tauchsiedern oder Haarbrennapparaten, zu wecken. Alles in allem sollte der Stromverbrauch gesteigert werden, was zu einer besseren Auslastung der Elektrizitätswerke und Absatzsteigerungen führen sollte.

Allerdings muss bedacht werden, dass 1914 nur ca. 5 % der deutschen Haushalte überhaupt einen Stromanschluss besaßen. In diesen Häusern war jedoch das Bügeleisen schon sehr häufig zu finden.





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Plakat: Deutsches elektrisches Licht ist billiger als amerikan. Petroleum

In den ersten Kriegsjahren konnte die Gemeinschaftswerbung der Gefelek wie gewohnt weiterbetrieben werden, bekam jedoch einen politischen Anstrich.

Durch patriotische Werbeplakate wurde das ausländische Petroleum zum Helfer des Feindes erklärt und zum Boykott des durch die Kontinentalsperre sehr teuer gewordenen Brennmittels aufgerufen. Wer also sein Zuhause durch Elektrizität beleuchtete, die durch deutsche Kohle hergestellt wurde, diente dem Vaterland und schadete dem Feind. Diese Propaganda zeigte ihre Wirkung und verhalf der Elektrizität in Deutschland zu einem weiteren Popularisierungsschub.





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Schild Elektrizität in jedem Gerät

Bedingt durch fehlende Preisregulierungen und wenig Kontrollen zur Qualitätssicherung existierten weiterhin Vorurteile, Reklame sei unnötig, unseriös und irreführend. Doch immer mehr Unternehmen kamen in den 1920ern zu dem Schluss ohne Werbung nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein. Somit entstand 1925 eine eigene Werbeabteilung der Vereinigung der Elektrizitätswerke (VdEW). Diese handelte ähnlich wie die 1919 aufgelöste Gefelek und legte damit den Grundstein für das moderne Marketing.

„Elektrizität in jedem Gerät“, mit diesem Slogan startete 1926 die erste große Kampagne. Dabei konnten Elektrizitätswerke Lizenzen erwerben und somit Unterstützung für ihre Werbetätigkeiten erhalten. Die von Fritz Julian entworfene Grafik wurde bis in die 1950er Jahre verwendet und dabei vielfältig eingesetzt („Elektrizität im Wärmegerät, Entstaubunsgerät...“). Mit derartigen Aktionen sollten elektrische Geräte bei der breiten Bevölkerungsschicht populär gemacht werden. Man wollte weg vom Image der Luxusgegenstände hin zu Alltagsutensilien.

In Folge dessen stieg der Anteil der elektrifizierten Haushalte von 25% im Jahr 1925 auf 50% am Ende des Jahrzehnts.

Doch durch immer noch hohe Kosten für Anschaffung und Strom entsprach das Bild der Werbung, die elektrische Geräte als Selbstverständlichkeit im Haushalt präsentierte, nicht der Realität. Somit wurde bereits eine Konsumgesellschaft vermittelt, die sich erst nach dem zweiten Weltkrieg richtig entwickeln sollte.





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Plakat Strom in jedem Raum

Anfang der 1930er Jahre wurde im Sinne der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen Werbung geschaltet, die dazu aufrief mehr Elektrogeräte zu kaufen oder die Elektrifizierung im Haushalt auszubauen um dadurch mehr Arbeitsplätze zu schaffen.

1934 wurde die AFE, die „Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Elektrowirtschaft“ gegründet. Ihre Aufgabe war es die Elektrizitätswirtschaft im Sinne der NS-Ideologie in den Staat einzubinden.

1935 sollte das Energiewirtschaftsgesetz eine bezahlbare Stromversorgung etablieren und durch die Kampagne „Und billig ist es außerdem!“ zu mehr Stromverbrauch anregen. Elektrizität blieb für normale Haushalte jedoch weiterhin relativ teuer.  

Diese Zeit war durch eine gezielte Verbraucherlenkung gekennzeichnet, durch die versucht wurde das Konsumverhalten der Bevölkerung für politische Interessen zu nutzen.

Auf den folgenden Seiten werden zwei weitere Werbekampagnen vorgestellt, die diese Manipulation der Bevölkerung widerspiegeln.








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Plakat Kampf dem Verderb

Der Vierjahresplan sollte Deutschland durch den Ausbau der Rüstungsindustrie und dem Erreichen einer autarken Versorgung kriegsbereit machen. Eine wichtige Maßnahme im Sinne des Autarkiebestrebens war, Lebensmittel nicht zu verschwenden. Daher startete die Propaganda-Kampagne „Kampf dem Verderb“ bei der die Elektrizitätsindustrie verstärkt für Kühlschränke und die Möglichkeit Lebensmittel länger aufbewahren zu können warb.

Ein von RWE herausgegebener Haushaltskalender ergänzte die Kampagne durch Kochrezepte, die eine politische Intension innehatten. In ihnen wurden z.B. importierte Waren durch einheimische Produkte ersetzt, die Reduzierung von Fetten und Ölen propagiert oder zum Einkochen aufgerufen, um möglichst unabhängig von Importen zu werden.  

Im Gegensatz zum bekannten „Volksempfänger“, dem ersten massentauglichen Radiogerät, setzte sich der „Volkskühlschrank“ jedoch nicht durch.










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Plakate Kohlenklau

Vor 1939 war Kohle, der „Urstoff“ des Krieges, für 80% der Elektrizitätsgewinnung verantwortlich und im Überfluss vorhanden. Dies änderte sich jedoch drastisch durch Arbeitskräftemangel und explodierenden Verbrauch der Rüstungsindustrie in den folgenden Jahren. Für die AFE bedeutete das eine komplette Umstellung der Werbung. Durch „Erinnerungswerbung“ sollte nun zum Strom- und somit Kohlesparen aufgerufen werden.  

Im Winter 1942 startete die großangelegte Kampagne „Kohlenklau“. Ein buckeliges Männchen mit rattenartigen Gesichtszügen und Händen schlich auf Plakaten, Brettspielen, Anzeigen, Postkarten und projizierten Bildern im Kino umher und klaute Kohle durch verschwenderisch benutzte Elektrizität. Die Allegorie war im Alltag allgegenwärtig, sodass sogar Kinder „Kohlenklau“ spielten, indem sie die Lichter in der Wohnung an- und wieder ausknipsten.





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Foto Umweltprotest

Aus der Studentenbewegung der späten 60er entstand in den 70er Jahren eine Bewegung deren Fokus stark auf der Umwelt lag. Dadurch wurde auch die umweltschädlich Stromherstellung angeprangert. Die sich im Jahrzehnt davor etablierte Atomenergie wurde wegen ihres verseuchten Mülls und hohen Risikos ebenso stark kritisiert. Der katastrophale Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 ließ das Vertrauen in diese Energieform noch weiter sinken und trieb die Menschen zu Protesten auf die Straße. Bis heute gibt es eine aktive Antiatomkraftbewegung, die sich gegen die hochgefährliche und schädliche Energiegewinnung einsetzt.






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Animation Stromversorgungsgebiete von 1995 bis heute

Um Monopolbildung zu verhindern und den Strompreis durch mehr Wettbewerb zu senken wurde in Deutschland 1998 der EU-Beschluss zur Strommarktliberalisierung umgesetzt. Dies bedeutete einen radikalen Übergang zu einem wettbewerbsbestimmten System. Verbraucher konnten nun unter verschiedenen Anbietern den günstigsten heraussuchen und eine regelrechte Werbeschlacht um die Kunden begann.    

Das Entstehen neuer Stromlieferanten wurde möglich, indem nicht mehr jedes Unternehmen eigene Leitungen betreiben musste, sondern für die Durchleitung des Stroms bezahlen konnte. Das Problem bestand jedoch darin, dass die etablierten Anbieter die Nutzungsgebühren sehr hoch ansetzten konnten und es neuen Unternehmen kaum möglich war ihre Preise konkurrenzfähig zu gestalten. Durch Fusionen lösten sich einige traditionsreiche Unternehmen auf und das deutsche Versorgungsgebiet wurde unter den neu entstandenen Großkonzernen RWE, E.ON, Vattenfall und EnBw aufgeteilt.  

Mit Hilfe der Regulierung der Netz-Nutzungsgebühren und der Trennung von Stromerzeugung und Stromübertragung, dem sogenannten Unbundling, sollte der Markt nun endgültig für neue Anbieter attraktiv gestaltet werden. Bis 2012 hatten die vier Großkonzerne ihre Übertragungsnetze an die heutigen Netzbetreiber TenneT, 50Hertz, Amprion und TransnetBW verkauft und somit ihre Kontrollmöglichkeit über den Zugang zum Stromnetz aufgegeben.








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Klicke auf den Startbutton, um die Plakate von Yello und RWE miteinander zu vergleichen

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Durch die Liberalisierung waren Verbraucher nicht mehr an ihren lokalen Anbieter gebunden und der Kampf um jeden Kunden entflammte. Die Rentabilität rückte zunächst in den Hintergrund, denn das langfristige Ziel einer strategischen Positionierung wurde immer wichtiger. Die Werbeausgaben der Stromindustrie stiegen um 81% und somit wurde sie zu einer der werbeaktivsten Branchen.  

Das wichtigste Argument um Neukunden zu gewinnen und zu halten war der Strompreis. Die 1999 von von EnBW entwickelte Energiemarke „Yello“ unterbot mit 19 Pfenning pro Kilowattstunde die gesamte Konkurrenz. Yello machte Strom als erstes Unternehmen zu einer Marke und der Werbeslogan „Strom ist gelb" war in den Medien allgegenwärtig. Weitere Anbieter folgten in den kommenden Jahren diesem Beispiel.















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Foto Serverraum

In den letzten Jahrzehnten hat sich durch das Internet nicht nur ein neues Medium für Werbezwecke entwickelt, sondern auch ein riesiger Absatzmarkt für Elektrizität.  

Googeln, Instagram checken, Internet der Dinge, Industrie 4.0, künstliche Intelligenz ... all diese Dinge benötigen heute schon enorme Datenmengen die auf Servern in riesigen Rechenzentren gespeichert werden. Diese Zentren weisen einen enormen Stromverbrauch auf, wobei ein Großteil der Energie für die Kühlung benötigt wird. Um das gesamte Internet mit Strom zu versorgen wird die Energie von 40 Großkraftwerke verbraucht. Rechnet man diesen Strombedarf auf ein Land, wäre es der sechstgrößte weltweit.  

Und die Tendenz steigt, denn in Zukunft werden durch die fortschreitende Digitalisierung immer mehr Daten, somit Server und letztendlich Energie benötigt.





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Animation Drehstromuebertragung von Lauffen am Neckar nach Frankfurt am Main

Ende des 19. Jahrhundert konnte Strom zwar hergestellt werden, die Verteilung über eine längere Strecke war jedoch noch nicht gelungen. So war es die Hauptattraktion der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt 1891, als es gelang in Lauffen am Neckar produzierten Drehstrom bis in das 175 km entfernte Frankfurt zu transportieren. Die übertragene Elektrizität wurde am Eingang des Geländes durch 1000 Glühlampen und einen elektrisch betriebenen Wasserfall inszeniert und war das Highlight der Ausstellung.  

Diese gelungene Fernübertragung bedeutete, dass Fabriken und Elektrizitätswerke nicht mehr an bestimmte Standorte gebunden waren und verhalf dem Wechselstrom zum Durchbruch in der Energieübertragung.  








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Flugblätter Postkarten und Vignetten der Gefelek

Das Jahr 1911 markierte einen Wendepunkt für die Elektrizitätswerbung. Im Januar wurde auf Initiative der Vereinigung der Elektrizitätswerke die Gefelek (Geschäftsstelle für Elektrizitätsverwertung) in Berlin gegründet. Sie sollte systematische Gemeinschaftswerbung für die elektrotechnische Industrie, Installateure und Elektrizitätswerke konzipieren und somit deren gemeinsames Ziel, die Steigerung des Stromverbrauchs, voranbringen.

Dabei entwarf sie Dachkampagnen und diverse Werbemittel, die durch individuelle Aktionen der Mitgliedsunternehmen ergänzt wurden. Von Broschüren und Postkarten über Blechschilder, Plakate, Flugblätter, Bierdeckel bis hin zum ersten Kundenmagazin und den ersten Filmen wurde das volle Potential der damaligen Werbemedien ausgeschöpft.

Die Gefelek setzte mit ihrer zielgruppenorientierten, qualitativ hochwertigen und künstlerisch wertvollen Reklame neue Standards in der Werbebranche.








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Starte den Audio-Player, um mehr über die Werbemittel der Gefelek zu erfahren.

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Hintergrundanimation Flugblätter
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Die Elektrizität stellte für die Gasindustrie bald eine ernstzunehmende Konkurrenz dar. Dies spiegelte sich auch in der Werbung wieder. Die Argumente für Gasbeleuchtung waren meist die bereits installierten Leitungen in vielen Häusern und der günstigere Preis. Elektrisches Licht versprach jedoch Sauberkeit, Sparsamkeit durch neu entwickelte Metallfadenlampen und Sicherheit. So wurde nicht selten mit Kindern für das ungefährliche Licht der Glühlampen geworben.  

Durch die Gemeinschaftswerbung der Gefelek auf der einen und der Werbung der etablierten Gasanbieter auf der anderen Seite wurde ein regelrechter Werbekampf zwischen den Industrien geführt.





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Plakat Staubsauger Protos

In der Zwischenkriegszeit wurden viele elektrische Haushaltsgeräte erstmals einer breiteren Bevölkerungsschicht angeboten. Da das damalige Rollenbild Frauen als zuständig für die Hausarbeit und die Betreuung der Familie erklärte, rückten sie in den Fokus der Elektrizitätswerbung. Es wurden allerdings auch Bedenken laut, dass durch die Elektrifizierung des Zuhauses, das als Ruhepol gegenüber der immer technischer werdenden Welt galt, die Familienidylle gestört werden könnte.  

Die Werbung für elektrische Haushaltsgeräte verband jedoch die scheinbaren Gegensätze einer modernen Welt mit traditionellen Rollenbildern. Modische, elegante und „moderne“ Frauen warben für die Helfer im Haushalt und vermittelten gleichzeitig Freude über die Hausarbeit und ihre Rolle als Ehefrau und Mutter. Ein weiteres gern gewähltes Motiv, um die Vorteile von elektrischen Geräten hervorzuheben, waren Kinder. Sie verdeutlichten die leichte Bedienung und Sicherheit der Geräte. Allgemein sollte diese Art der Werbung vor allem emotional wirken, da Frauen als „technikfern“ und „maschinenfremd“ galten.

Männer wurden dagegen indirekt angesprochen, indem sie als unter der überforderten Hausfrau Leidende oder großzügig Schenkende dargestellt wurden.






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Foto Trümmerfrauen

Im harten Winter nach Kriegsende wurde der „Kohlenklau“, der im Nationalsozialismus als Personifikation des verschwenderischen Umgangs mit Kohle und Elektrizität zu Sparsamkeit ermahnte, zur Realität. Den Menschen blieb nichts anderes übrig, als Kohle von den Zügen zu „fringsen“, um nicht zu erfrieren.

Viele Elektrizitätswerke waren zerstört und Strom wurde als Reparationszahlung gefordert. Daher konzentrierte sich die Werbung in den französischen, britischen und amerikanischen Besatzungszonen auf die Wiederherstellung der Netze sowie das Stromsparen für den Wiederaufbau und den wirtschaftlichen Wohlstand. In der Sowjetischen Besatzungszone sollte Elektrizität dagegen für den Aufbau eines sozialistischen Systems eingespart werden.  









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Broschüre VEW

Um der aufkommenden Kritik an der umweltverschmutzenden Herstellung von Strom entgegenzuwirken, wurde in den 1970er Jahren vermehrt Imagewerbung betrieben. Die Vorwürfe filterlose Kohlekraftwerke zu betreiben oder radioaktiven Müll zu produzieren, versuchten die Elektrizitätsunternehmen durch Aufklärungskampagnen zu zerschlagen. Dabei wurden Kraftwerke als Teil des Landschaftsbildes inszeniert und sich darum bemüht, die Vorteile von Atomenergie hervorzuheben.

Die Elektrogerätehersteller priesen den geringen Wasserverbrauch ihrer Waschmaschinen und ihre Kühlschränke als stromsparend an. Energieeffizienz wurde eines der wichtigsten Verkaufsargumente.

Manche Unternehmen versuchten sich besonders umweltfreundlich zu inszenieren.
Auf der nächsten Seite ist ein Werbespot der Firma AEG für ihre Öko-Waschmaschine aus dem Jahr 1988 als Beispiel zu sehen.





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TV-Werbung für den Öko Lavamat der AEG
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Foto Windrad

Unter den durch die Liberalisierung neu entstandenen Energielieferanten gründeten sich nun auch die ersten Ökostromanbieter, wie beispielsweise 1998 die Naturstrom AG. Sie wollten ihre Kunden nicht durch den niedrigsten Preis anlocken, sondern appellierten an das Umweltbewusstsein der Verbraucher. Durch Ökostrom-Zertifikate, wie das ebenso 1998 gegründete Güner-Strom-Label wurde das Image eines naturfreundlichen Unternehmens unterstrichen.  

Diese Label dienen auch dazu, tatsächliche Ökostrom-Anbieter zu identifizieren, da auch konventionell hergestellter Strom durch RECS-Zertifikate (des Renewable Energy Certificates Systems) als umweltfreundlich verkauft werden kann. Indem Unternehmen ihren durch erneuerbare Energien produzierten Strom als konventionell hergestellt auszeichnen, ist es anderen Produzenten möglich ihr Image grün zu waschen und höhere Preise zu verlangen.  

Dadurch wurde das Thema Nachhaltigkeit immer präsenter in der Stromwerbung.





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Foto E-Auto beim Ladevorgang

Elektrofahrzeuge gelten als die Zukunft der Automobilindustrie.Da sie Strom tanken stellen damit außerdem einen stark wachsenden Absatzmarkt für Energieversorger dar. Im Zuge der Energiewende, wird die Elektromobilität vom Staat durch Kaufprämien, den Ausbau der Ladeinfrastruktur und Beschaffungsprogramme für den öffentlichen Sektor gefördert.  

Doch das Einsparen fossiler Brennstoffe durch die Ersetzung des Verbrennungsmotors, täuscht häufig darüber hinweg, dass Strom noch zu 40% aus Braun- und Steinkohle gewonnen wird und somit auch elektrisch betriebene Fahrzeuge enorme indirekte CO2-Emmissionen produzieren.










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Bild: Plakat Ausstellung Stuttgart

Durch die Weiterentwicklung der Industrie, die Liberalisierung der Wirtschaft und neue Drucktechniken, finden sich Ende des 19. Jahrhunderts auch die Anfänge der modernen Werbung. Neben bereits früher eingesetzten Anzeigen, entstanden neue Werbemedien, die von der Elektrizitätsindustrie schnell aufgegriffen wurden.  

Werbung bzw. Reklame, wie es damals noch hieß, hatte jedoch keinen guten Ruf und galt oft als marktschreierisch und in die Irre führend.





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Grafik Stadt bei Nacht mit Lichtreklame

Schon bald wurde elektrisches Licht selbst zu Werbezwecken genutzt. Nachdem anfänglich Plakate und Schaufenster angestrahlt wurden, entstand mit der Weiterentwicklung der Glühlampe etwas ganz Neues: Lichtreklame.

In den 1890er Jahren wurde diese Art des Werbens immer spektakulärer und nacheinander geschaltete Glühlampen stellten Bewegungen und unterschiedliche Schriftzüge dar. Der sogenannte „Elektrograph“ bot schon 1907 die „Universal-Reklame-Druckschrift“ unter den Linden in Berlin an. Für 45 Mark im Monat konnte man 15 Sekunden pro Stunde seinen individuellen Schriftzug aufleuchten lassen.

Die Elektrizitätsunternehmen freuten sich über den neuen Absatzmarkt, der nach Ladenschluss ihre Werke auslastete. Gegner der leuchtenden Werbung protestierten allerdings gegen die am Tag unschön anzusehenden Aufbauten und erreichten ein Verbot in München und Dresden. In Berlin, der damaligen Hochburg der Lichtreklame, konnte die neue Werbeform jedoch sämtliche Vorzüge des elektrischen Lichts vorführen.

Somit war Lichtreklame raffinierter Weise immer auch Werbung für Elektrizität.



 








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Grafik: Radiokopfhörer aus den 1920er Jahren

 „Achtung, Achtung, hier ist die Sendestelle Berlin im Voxhaus auf Welle 400 Meter. Meine Damen und Herren, wir machen Ihnen davon Mitteilung, dass am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlos-telefonischem Wege beginnt. Die Benutzung ist genehmigungspflichtig …“

Mit diesen Worten ging am 19. Oktober 1923 die erste Radiosendung „Funkstunde Berlin“ auf Sendung und somit war ein neues Werbemedium geboren. Schon 1924 gründete das Reichspostministerium, das für den Rundfunk zuständig war, die Reichs-Postreklame GmbH, um den Betrieb der Sender zu finanzieren. Mit Werbekonzerten, -vorträgen oder Reklame-Rundsprüchen wurden nun auch elektrische Geräte angepriesen.







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Plakat Jede Frau ist froh

Auch im Nationalsozialismus waren Frauen eine wichtige Zielgruppe für den Verkauf von elektrischen Haushaltsgeräten. Vor allem der Elektroherd trat in dieser Zeit seinen Siegeszug an. Die Anschaffung eines solchen Geräts bedeutete jedoch nicht nur die Herausforderung genügend finanzielle Mittel aufzubringen, sondern auch soziale Bedenken zu überwinden. Der traditionelle Kohleofen war als Heißwasserspeicher, Wäschetrockner, Müllverbrenner und Heizung ein Multitalent und machte die Küche zum sozialen Treffpunkt. Außerdem kursierte die Angst, das Essen könne „elektrisch“ schmecken. Durch Koch- und Lehrvorträge sollten diese Bedenken aus dem Weg geräumt werden.  

Auf Plakaten wurde, wie schon in den 1920er Jahren, das Motiv der Familienidylle und der glücklichen Ehefrau und Mutter, die durch elektrische Geräte im Haushalt mehr Zeit für ihre Familie aufbringen konnte, verwendet. Dabei war das nationalsozialistische Frauenbild jedoch deutlich biederer und weniger elegant als noch ein Jahrzehnt davor.








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Plakat Dorfwaschküche

1955 wurde in über 50% der Haushalte noch mit der Hand gewaschen und auch Kühlschränke oder elektrische Backöfen waren nach wie vor nicht sehr weit verbreitet. Auf Grund der hohen Anschaffungskosten wurden diese teuren Geräte vor allem auf dem Land häufig gemeinschaftlich angeschafft und einer Dorfgemeinde zur Verfügung gestellt. Gegen ein paar Mark im Monat konnte beispielsweise ein Fach zum Einfrieren von Fleisch angemietet und gleichzeitig der Umgang mit der neuen Technik erlernt werden.  

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Pixel-Grafik Mauszeiger mit Weltkugel

Am 30. April 1993 erweiterte sich das Spektrum an Werbemedien erneut durch die öffentliche Nutzung des World Wide Web. Schon 1994 kommerzialisierte sich das Internet durch die erste Web-Banner-Werbung des Unternehmens AT&T auf der Seite des Webmagazins Hotwire. E-Mails wurden im selben Jahr für die breite Masse nutzbar und der erste Webshop „NetMarket“ eröffnete 1994, gefolgt von eBay 1995.  

Ein weiterer wichtiger Schritt für die Online-Werbung war im Jahr 2000 die Einführung von Google AdWords. Mit diesem Suchmaschinenmarketing wurden Textanzeigen zusätzlich zu den gefundenen Suchergebnissen als „sponsored posts“ eingeblendet. Später wurden neben dem Preis auch Kriterien wie Qualität und Ladezeit der Webseiten mit in das Ranking einbezogen.  

Für Stromanbieter wurden zunächst vor allem die neu entstehenden Verbraucherforen und Vergleichsplattformen interessant. Die Kunden wechselten nun durch die Aufklärung abseits der Werbung viel häufiger ihren Energielieferanten.





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Hintergrundanimation Icons Soziale Medien
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Auch die Kampagne von EnBW „Lustige Vögel auf der Stromleitung“ verdeutlicht, dass Werbung in Sozialen Medien nicht als solche wahrgenommen werden muss, sondern in diesem Fall eher einem Animations-Kurzfilm ähnelt. Außer der kurzen Sequenz, in der am Anfang ein Elektro-Auto vorbeifährt und dem Einblenden der Botschaft am Schluss, wird nicht gezeigt, was eigentlich beworben wird. Mit diesem Video soll vielmehr das Image eines offenen und innovativen Unternehmens vermitteln werden.  

Da simple Call-to-Action wie z.B. Werbebanner meist ignoriert werden, muss dem Nutzer daher ein Mehrwert geboten werden. Es kommt mehr denn je auf den Inhalt an, sodass allein das anschauen einer Werbung Unterhaltung bietet und Emotionen anspricht.  

Die Resonanz auf den EnBW-Spot in den Kommentaren von YouTube zeigt, dass Nutzer Spaß beim Schauen der Werbung hatten und sich einen kompletten Film und eine längere Version des Werbesongs wünschen. Das Produkt wird nicht diskutiert, dafür hinterlässt EnBW einen positiven Eindruck.
















Werbebeispiel auf Youtube
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Bild: Plakat der AEG

Der Unternehmer Emil Rathenau erkannte auf der Elektrizitätsausstellung 1881 in Paris das enorme Potential des von Thomas A. Edison vorgestellten Glühlampensystems. Darum erwarb er dessen Patent-Lizenz und gründete 1883 die „Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität“, die sich 1887 in „Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft“ umbenannte.

Bereits 1889 stellte die AEG Geräte wie elektrische Teekessel, Zigarrenanzünder oder Plätteisen vor und wuchs in den Folgejahren zu einem internationalen Konzern, der auch Kraftwerke und Straßenbahnen baute.

Peter Behrens, der 1907 zum künstlerischen Berater der AEG wurde, entwarf Gebäude, Kataloge, Ausstellungsräume sowie elektrische Haushaltsgeräte, die seinem Anspruch „Perfekt in Form und Funktion“ gerecht wurden. Daher gilt er auch als Begründer des modernen Industriedesigns und schuf erstmals eine Corporate Identity.

Die AEG nahm damit nicht nur eine Vorreiterrolle in der Elektrifizierung sondern auch in der Werbung ein.




 


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Foto und Grafik Filmprojektor

Der Vorgänger des Werbefilms war die sogenannte „Laterna Magica“. Durch diesen Apparat wurden Werbebilder in Theatern und frühen Kinos meist auf den geschlossenen Vorhang projiziert. Diese Art der Reklame wurde noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts genutzt. Ein entscheidender Vorteil gegenüber den aufkommenden Werbefilmen war die preiswerte Umsetzung.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden schließlich die ersten Reklamefilme gedreht und ab 1910 begann der Durchbruch des neuen Werbemittels. Auch die Gefelek gab schon 1914 Filme, die für Werbezwecke verwendet werden sollten, in Auftrag. Diese wurden als Attraktion bei Ausstellungen und Vorträgen gezeigt.









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Arbeitskräftemangel und Inflation

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Zehn-Millionen-Mark-Schein von 1923
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Am 3. November 1956 veränderte die Einführung eines neuen Kommunikationskanals grundlegend die Werbelandschaft in der BRD.

Zum ersten Mal im west-deutschen Fernsehen strahlte der Bayerische Rundfunk einen TV-Werbespot aus. Das damalige vierstündige Fernsehprogramm wurde ab diesem Zeitpunkt immer „Zwischen halb und acht“, so auch der Titel des zu dieser Zeit laufenden Programms, für insgesamt sechs Minuten zu Werbezwecken unterbrochen. Elektrogeräte wurden bald zu einem der meist beworbenen Produkte im Fernsehen. Die Unternehmen produzierten TV-Werbung für Waschmaschinen, Elektroherde und Kühlschränke, in denen die Hausfrau eine zentrale Rolle spielte.












TV-Werbung von Bauknecht zum ersten Kühlschrank mit Vollraumnutzung
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Anzeige VEB dkk Scharfenstein Kühlschrank

In der DDR war seit Anfang der 1970er Jahre in den meisten Haushalten die Grundausstattung an Elektrogeräte vorhanden. Vor allem der Kühlschrank sollte die berufstätige Frau entlasten, da sie so Essen vorkochen und aufbewahren konnte. Das Angebot wuchs zwar auch in der DDR, allerdings gab es nur wenig Weiterentwicklung der Geräte und es kam oft zu Engpässen bei der Produktion.  

Der Naturschutz war der Produktionssteigerung untergeordnet und das Ansprechen von Umweltzerstörungen ein Tabu. Daher wurde die evangelische Kirche zur wichtigsten Anlaufstelle für eine ökologischen Bewegung und organisierte Proteste wie Fahrradcorsos oder Baumpflanzaktionen. Somit verhalfen unter anderem diese protestantischen Umweltaktivisten  zu einem Umbruch in der DDR.










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Flyer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie "Heizen mit erneuerbaren Energien"

Obwohl es noch ein langer Weg zu nachhaltiger Produktion von Energie und umweltfreundlichem Umgang mit Ressourcen ist, hat sich seit den Umweltprotesten der 70er Jahre schon manches getan. Lag der Anteil von Atom- und Kohlestrom in Deutschland 1990 noch bei 84%, sank er bis heute auf 50%. Vor allem die Produktion durch Kernkraftwerke ist zurückgegangen und 2022 soll der letzte Atommeiler in Deutschland abgeschaltet werden. Auch bei der Herstellung von Strom durch Kohle wird der Ausstieg diskutiert. Gleichzeitig werden die erneuerbaren Energien, wie Wind- und Wasserkraft, Biomasse und Photovoltaik gefördert.

Maßgeblich zu diesem Umdenken beigetragen haben Umweltbewegungen, die sich digital vernetzen und organisieren. So nutzt beispielsweise die Fridays-For-Future-Bewegung Whatsapp-Gruppen zur Organisation ihrer Klimastreiks und kommuniziert über weitere soziale Medien wie Twitter und Facebook. Eine zentrale Forderung, die sie dabei stellt ist der Kohleausstieg bis 2030 und die hundertprozentige Versorgung durch erneuerbare Energien bis 2035.

Um Verbraucher, Unternehmen und Kommunen für die Energiewende zu mobilisieren, wurde die Kampagne „Deutschland macht’s effizient“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gestartet. Sie soll über Energieeffizienz im Alltag, Eigenheim, Betrieb und öffentlichen Raum informieren.  

Es wird also wieder zum Stromsparen, bzw. effizienteren Umgang mit Energie, aufgerufen. Heutzutage jedoch nicht aus Gründen des Mangels, sondern aus umweltpolitischen Motiven.

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Cover Zeitschrift "Elektrisches" 1920er

Strom war trotz der immer weiter fortschreitenden Elektrifizierung nach wie vor teuer und elektrische Geräte Prestigeobjekte. Um mehr Haushalte von einem Stromanschluss zu überzeugen, mussten die Preise gesenkt werden.

Daher führten die Berliner Städtischen Elektrizitätswerke (Bewag) 1926 das System „Elektrissima“ zur Teilzahlung ein. Der Kredit zur Anschaffung von elektrischen Geräten wurde nun monatlich mit der Stromrechnung abbezahlt. Dieses System wurde wegweisend für die deutsche Elektrizitätswirtschaft. 1929 führte auch RWE die Ratenzahlung und Preisermäßigungen für Geräte von Küppersbusch und Juno ein. Spezielle Stromtarife für Lichtstrom, Kraftstrom oder Bügel- und Kochstrom wurden ebenfalls entwickelt.














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Broschüre Wattfraß

Auf der Seite der DDR war die DEWAG (Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft) die Kontrollorganisation, über die praktisch jede Werbung im Sinne der SED laufen musste.  

Ab 1952 wurde über sie das Energiesparen propagiert, denn der Strom sollte zum Aufbau des Sozialismus dienen. Dazu startete die Kampagne „Wattfraß“, die ähnlich dem im Nationalsozialismus kursierenden „Kohlenklau“, mit einem koboldähnlichen Männchen zum Stromsparen ermahnte. Auch die FDJ machte 1958 mit ihrer Aktion „Blitz contra Wattraß“ Jagd auf „Stromsünder“, die der Industrie durch verschwenderisches Verhalten die Elektrizität klauten. An drei Tagen sollte von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr jedes Mitglied alle Stromfresser (oder zumindest eine 40 Watt Glühbirne) in seiner Umgebung ausschalten.

Werbung für elektrische Haushaltsgeräte wurde in der DDR ebenso an die weibliche Zielgruppe gerichtet wie in der BRD. Es wurde zwar Gleichstellung propagiert, der Haushalt war jedoch immer noch Aufgabe der Frau.

Obwohl dem Werbefernsehen der BRD unterstellt wurde eine Illusion vom Wirtschaftswunder geschaffen zu haben, starteten 1959 auch in der DDR die ersten TV-Spots und hatten ab 1960 mit „Tausend Tele Tips“ einen festen Platz im Fernsehprogramm.





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Plakat AEG Wärmespeicherofen

Ab Ende der 50er Jahre bot die Nachtspeicherheizung, die ihren Strombedarf erst zu später Stunde deckte, eine saubere und günstige Alternative zu Zentralheizung, Öl- oder Kohleofen. Durch ihr möbelähnliches Aussehen und ihre Installation in vielen Neubauten und sanierten Wohnungen hatte sie Mitte der 60er Jahre ihren Durchbruch.  

Sie wurde großflächig beworben, da sich Kraftwerke durch die nächtliche Auslastung größere Effizienz verhofften. Sogar die Politik subventionierte diese Art des Heizens, denn es etablierte sich eine neue Form der Energiegewinnung: die Atomenergie.







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Übersicht

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Kapitel 1 Werbung unter Strom

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Kapitel 2 1880 - 1910: Aufklärungsarbeit

1880 - 1910: Kaiserreich

1880 cover
Kapitel 3 1910 - 1914: Systematisierung

1910 - 1914: Kaiserreich

1910 cover
Kapitel 4 1914 - 1923: Patriotismus

1914 - 1923: Erster Weltkrieg und Nachkriegszeit

1914 cover
Kapitel 5 1923 - 1933: Die Goldene Zwanziger

1923 - 1933: Weimarer Republik

1923 cover
Kapitel 6 1933 - 1945:

1933 - 1945: Nationalsozialismus

1933 cover
Kapitel 8 1970 - 1990: Neues Umweltbewusstsein

1970 - 1990: BRD und DDR

70er cover besch
Kapitel 9 1990 - 2010: Strommarktliberalisierung

1990 - 2010: Wiedervereintes Deutschland

90er cover beschnitten
Kapitel 10 2010 - heute: Energiewende

2010 - heute: Heute und morgen

Heute cover beschnitten
Kapitel 11 140 Jahre ...

140 Jahre... 

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