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Los geht's

Prostituiertenschutzgesetz

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Teure Autos dröhnen über den Asphalt. Aufreizend gekleidete Frauen bieten schnellen Sex. In der Berliner Kurfürstenstraße erfüllen sich Männerträume gegen Geld. Durch das Prostituiertenschutzgesetz soll nun das älteste Gewerbe der Welt in geordnete Bahnen gelenkt werden.

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Es scheint als würden die Prostituierten in letzter Zeit angespannter an den viel befahrenen Straßen entlang gehen. Bald könnte sich nämlich einiges für sie ändern. Ob zum Positiven oder Negativen, das ist umstritten.

Das 2002 von Rot-Grün beschlossene Prostitutionsgesetz erzielte bisher nicht den gewünschten Effekt. Deshalb versuchen CDU und SPD nun mehr zu bewegen. Ein neuer Gesetzesentwurf zum Schutz der Prostituierten liegt vor.
Wird er befürwortet, könnten in Zukunft folgende Regelungen für das Prostitutionsgewerbe in Kraft treten:

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1. Gesundheitscheck
Prostituierte sollen sich regelmäßig vom Gesundheitsamt beraten lassen.

2. Hurenpass
Bei der behördlichen Anmeldung als Sexarbeiterin erhalten sie einen Hurenpass. Diesen müssten sie jederzeit auf Verlangen vorzeigen.

3. Konzession
Alle Bordelle brauchen eine Konzession, um das Gewerbe aufrecht zu erhalten oder zu gründen.

4. Kondompflicht
Ungeschützter Geschlechtsverkehr soll verboten werden.

Das geplante Gesetz der großen Koalition stößt teilweise auf Abneigung.





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Felicitas Schirow sitzt an der Bar, scherzt mit ihren Kunden und mixt Drinks. An der Theke sitzen Mädchen mit kurzen Röcken und hohen Schuhen. Im Café Pssst! beschäftigt die 58-Jährige einige Prostituierte, die in den angrenzenden Räumen ihre Freier empfangen.

Selbst Prostituierte und Bordellbesitzerin setzt sich Schirow schon lange für die Rechte von Prostituierten ein und hat eine klare Meinung zum Prostituiertenschutzgesetz.



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Vom Balkon ihres Büros blickt man auf die Kuppel des Reichstagsgebäudes. Dort werden jeden Tag Gesetze diskutiert und verabschiedet, die im nebenstehenden Jakob-Kaiser-Haus von den Abgeordneten entworfen werden.

Sylvia Pantel ist eine dieser Abgeordneten. Sie ist das Sprachrohr für das Prostituiertenschutzgesetz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Als Mutter von fünf Kindern engagiert sich die 54-Jährige besonders für die Rechte der Frauen.

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Prostituierte sollen bald einen Pass mit sich führen

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„Für mich als Bordellbetreiberin, die sowieso schon eine Anmeldung hat für die Zimmer und für meine Bar, würde das bedeuten, dass ich noch mehr Auflagen zu erfüllen habe. Diese Auflagen sehen unter anderem vor, dass ich die Frauen melde und ein Aufenthaltsprofil erstelle.

Wenn ich die ganzen Auflagen erfülle und dann immer noch nicht pleite bin, stehe ich vor dem nächsten Problem. Es kommen dann keine Frauen mehr, weil sie ja keinen Hurenpass haben wollen. Schließlich könnte jeder bei Kontrollen reinkommen und fragen: Wo ist denn dein Pass?“

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„Wir unterliegen alle einem gewissen Regelwerk. Egal was wir tun, ob wir Auto fahren, ob wir einen Kindergarten aufmachen oder eine Pommesbude. Da gibt es Regeln, die wir uns auferlegt haben, damit das ordnungsgemäß funktionieren kann.

Die Bordellbetreiber haben jetzt erst einmal ganz viele verschiedene Auflagen, was die Hygiene und den Schutz angeht. Meine Kollegen und ich haben aufgezeichnet, woran sich ein Bordellbetreiber jetzt zu halten hat und ich gehe davon aus, dass man da auch kooperieren wird."

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6,7 Kilometer liegen zwischen Felicitas Schirows Bordell und dem Bundestag, in dem Sylvia Pantel arbeitet.

Die Meinungen der beiden liegen jedoch noch viel weiter auseinander. Das wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern, wenn das Gesetz Anfang 2016 in Kraft treten wird.

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Eine Multimedia-Reportage von

Lisa Herfurth
Vanessa Offermann
Carolin Schneider
Ann-Kathrin Schröppel
Laura Theiß


Besonderen Dank an

Sylvia Pantel
Felicitas Schirow

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