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Nur eine bunte Party?

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CSD

Ein Mann, der wegen seiner Liebe zum gleichen Geschlecht hinter Gittern saß. Eine Rumänin, die nur bei den Schwulen Halt fand. Zwei Frauen, die 24 Jahre auf ihre Heirat warten mussten. Ein Social Media Duo, das die Gesellschaft zum Nachdenken anregen will. Sie alle möchten eines klarstellen: Auch heute ist der Christopher Street Day noch mehr als eine bunte Party.

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CSD

Ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag der Regenbogen-Community. Dazu gehören lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, transgender, intersexuelle und queere Menschen, die für ihre Rechte und gegen Diskriminierung demonstrieren. Im Mittelpunkt stehen Paraden, bei denen die Beteiligten ihre politischen und gesellschaftlichen Forderungen öffentlich darstellen. So möchte die Community ein Zeichen für Vielfalt, Respekt, Akzeptanz und Gleichberechtigung in der Gesellschaft setzen.

Was vor etwa 40 Jahren mit einer kleinen Minderheit auf den Straßen Stuttgarts begann, ist heute bunt und gut besucht.

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CSD

Das diesjährige Motto lautete: "Expedition WIR".

Bei der Politparade liefen über 6.500 aktive Demonstrant*innen mit. Insgesamt gab es 92 Formationen: Eine Bimmelbahn, drei Motorradgruppen, 17 PKWs, 22 LKWs und 46 Fußgruppen - darunter sieben Unternehmen und zehn Parteien.

Rund 175.000 Besucher versammelten sich an den Straßenrändern, um das Geschehen mitzuverfolgen.

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Stonewall Inn

In der New Yorker Christopher Street gab es 1969 den ersten bekanntgewordenen Aufstand der LGBTQ-Community, als Polizisten in der Bar Stonewall Inn eine Razzia durchführten. Daraus ist eine internationale Tradition geworden, die aus deutschen Großstädten nicht mehr wegzudenken ist. Die ersten CSD-Veranstaltungen fanden hierzulande im Jahre 1979 statt.

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Paragraph

Der § 175 des deutschen Strafgesetzbuches bestand vom 1. Januar 1872 bis zum 11. Juni 1994. Er trat im Zuge der Gründung des Deutschen Reiches in Kraft und hat jegliche Art von Beziehungen zwischen Männern unter Strafe gestellt.

Der Paragraph hat unter anderem den Geschlechtsakt zweier Männer mit Sex mit Tieren verglichen:
“Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts oder von Menschen mit Tieren begangen wird, ist mit Gefängnis zu bestrafen; auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden.”


Etwa 100.000 Männer wurden während der NS-Zeit unter dem Paragraphen verurteilt, Tausende in Konzentrationslagern untergebracht. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Paragraph der NS-Fassung erstmals unverändert.

In den 1960er Jahren dann der Wandel:
Die Schwulen- und Lesbenbewegung kämpfte für Toleranz.
1969 kam es zu einer ersten, 1973 zu einer zweiten Reform des Paragraphen. Seitdem wurde gleichgeschlechtliche Liebe nicht mehr geahndet. Sexuelle Handlungen zwischen männlichen Jugendlichen unter 18 Jahren blieben jedoch strafbar. Erst am 10. März 1994 ließ der Bundestag den Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch streichen.
Bis heute wurden die Verurteilten der BRD nicht entschädigt. So auch Helmut Kress, der wegen "Unzucht zwischen Männern" im Alter von 15 Jahren zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt wurde.

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Helmut Kress

Helmut Kress wusste früh, dass er homosexuell ist. "Männer haben mir einfach immer besser gefallen als Mädchen". Der 72-jährige Tübinger hat eine Zeit miterlebt, in der Liebe zwischen Männern noch verboten war. In seiner Vergangenheit musste er viele Hürden überwinden, die ihn bis heute prägen.

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Es war damals schwierig, schwul zu sein

Es war damals schwierig, schwul zu sein

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Urteil verhaftung
Strafsache gegen Helmut Kress wegen Unzucht zwischen Männern
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„Ich war 15, als ich meine Lehre im Rathaus machte. Ich hab‘ für den Freund meiner Schwester geschwärmt und für ihn einen Liebesbrief geschrieben. Den hatte ich in meiner Schreibtischschublade versteckt. Mein Lehrmeister muss sie durchsucht, ihn entdeckt und gelesen haben. Er hat diesen zum Oberbürgermeister gebracht, welcher mich beim Amtsgericht auf homosexuelle Verdächtigung angezeigt hat. Morgens um Zehn – ich war gerade in der Vesperpause – da führten sie mich in Handschellen ab. Dann wurde ich von morgens bis abends bei der Kriminalpolizei verhört. Dort habe ich alles erzählt, was die wissen wollten. Wo sich die Leute treffen, was man dort macht, wer sich dort trifft. Du bist ja schließlich so erzogen, dass du die Wahrheit sagst, wenn man dich etwas fragt. Die Aussage, die ich bei der Kripo machen musste, war vor Gericht später ausschlaggebend, der Brief unwichtig. Ich wurde zu 14 Tagen Einzelhaft verurteilt. Begründung: Unzucht zwischen Männern“

Urteil verhaftung
Strafsache gegen Helmut Kress wegen Unzucht zwischen Männern
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Laura Halding-Hoppenheit

Jeder Stuttgarter, der sich zur LGBTQ-Szene zählt, kennt ihren Namen. Laura Halding-Hoppenheit bezeichnet sich selbst als die „Mutter der Schwulen“. Als die Akademikerin aus Rumänien nach Hamburg kam, wurde sie als Ausländerin ausgegrenzt und diskriminiert. „Die Schwulen waren die Einzigen, die mich akzeptiert haben.“ Mit ihrem damaligen Ehemann zog sie später nach Stuttgart – auch dort fand sie erneut Halt in der Schwulenszene. Anfangs spülte sie Gläser, heute ist sie die Chefin der Diskothek „Kings Club“ in Stuttgart. Dort versteckten sich bis 1994 viele Schwule, die aufgrund des Paragraphen 175 von der Polizei verfolgt wurden. Laura Halding-Hoppenheit kämpft heute noch für die Rechte Homosexueller und gegen HIV. Für ihren Einsatz erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Auch 2018 war sie wieder Teil der Politparade und erhielt auf der anschließenden Kundgebung den Preis für Solidarität und Akzeptanz.

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Laura Halding-Hoppenheit

"Ich laufe auf dem CSD mit, weil ich sichtbar sein möchte. Ich möchte zeigen: Ich bin da! Ich kämpfe immernoch für unsere Rechte."

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Weißenburg

Am 1. August 2001 wurde die eingetragene Lebenspartnerschaft für Homosexuelle deutschlandweit eingeführt.

Seit dem 1. Oktober 2017 dürfen Menschen in Deutschland unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung eine Ehe führen.

Tschüss eingetragene Lebenspartnerschaft
- Hallo Ehe für Alle.




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Elka und Katja

Ihre Liebesgeschichte begann mit einer Partnerannounce in der Zeitung. Ein Jahr darauf folgte die Verlobung, später die Verpartnerung. Auf die Ehe mussten sie 24 Jahre lang warten.

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CSD

Aus einer klassischen Schnapsidee entwickelten Sven und Claudius im Mai 2016 das Projekt „Sissy That Talk“. Der gleichnamige Social-Media-Kanal besteht aus zahlreichen Videos und Interviews, die aktuelle Themen der LGBTQ-Community behandeln. Die Message: Lebt so queer, wie ihr seid und kämpft für diese Freiheit. Das Duo ist der Meinung, dass man als Sissy, also Homosexueller, erhobenen Hauptes durchs Leben gehen soll.  Der Name „Sissy That Talk“ leitet sich übrigens vom kultigen Song „Sissy That Walk“ ab. Sängerin ist die in Amerika prominente Drag Queen Ru Paul, welche in einer TV Show namens „Ru Pauls Drag Race“ jährlich Americas next Dragqueen kührt. Sissy That Talk steckt außerdem hinter der erfolgreichen Dokumentationsreihe "Queer Life in the City“. Dabei erzählen Zeitzeugen der Szene ihre bewegenden Geschichten. Das Duo nimmt jährlich am Christopher Street Day teil - 2018 ist ihr Motto „Release your inner monster“.

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CSD

„Die Ehe für Alle war ein riesiger Schritt für uns, aber es fehlen immer noch viele weitere. Politisch sollte endlich mal ein Programm gegen Homophobie und Hassverbrechen auf den Weg gebracht werden. Dagegen sollte mehr aktiv unternommen werden. Es darf nicht nur darauf gehofft werden, dass die Gesellschaft sich von alleine weiterentwickelt. Da braucht es Aufklärung.“

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Federn

Ljudmila Bobir
Kaja Hertneck
Lena Knaus
Nadine Rippler
Melanie Spremberg
Nadine Wittleben
Ricarda Zahn


Mit besonderem Dank an:

Laura Halding-Hoppenheit
Helmut Kress
Elka und Katja Edelkott
Sissy That Talk


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Übersicht

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Kapitel 1 Der CSD

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Teaserbild

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Wasistcsd
Kapitel 2 Als Homosexualität noch verboten war

Paragraph folie

Titelbild helmut

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Vergangenheit helmut mein urteil
Kapitel 3 Bis heute hat sich einiges verändert

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Vorstellungsfolie

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