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Alles im grünen Bereich

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9.000 Beschäftigte und rund 25.000 Studierende vereint das KIT. Sie produzieren nicht nur Abfall, verbrauchen Wasser und Energie, sondern haben auch kleine Ideen bis hin zu Innovationen, die die Umwelt nachhaltig beeinflussen. Andrea Rens, Mailine Schirmeister und Ann-Christin Kulick haben sich umgesehen.

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„Das KIT ist als die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft ein wichtiger Motor der Energiewende. Nicht nur in der Forschung – auch als öffentliche Einrichtung, die ihre internen Prozesse nachhaltig gestaltet", so Präsident Professor Holger Hanselka. Nicht nur in der Forschung – auch als öffentliche Einrichtung, die ihre internen Prozesse nachhaltig gestaltet", so Präsident Professor Holger Hanselka. Der Wille ist groß: Bis 2050 soll das KIT zu einer CO2-neutralen Universität werden. Das „Referat Umwelt und Energiemanagement“ des KIT koordiniert dieses Ziel. Doch bevor überhaupt CO2 eingespart werden kann, muss der aktuelle Ausstoß erfasst werden: Hauptverursacher ist der Energieverbrauch in Form von Wärme und Strom. Diesem Thema widmet sich Siegmar Sonntag. In seiner Masterarbeit liefert er konkrete Daten über die Energieversorgung am Campus Süd. Dabei muss er zunächst das Messsystem validieren, um die Datengrundlage für alle an der Energiewende am KIT beteiligten Mitarbeiter zu verbessern.  

Warum sich Sonntag für die ausgeschriebene Masterarbeit entschieden hat? „Für mich war es nicht nur der praktische Aspekt der Arbeit, sondern auch der konkrete Nutzen.“ Aufgezeigt werden sollen dabei auch Potenziale für die Verknüpfung unterschiedlicher Energieformen, wie etwa durch die Nutzung von Abwärme. Die Abläufe an einem so komplexen System wie dem KIT gestalten sich als herausfordernd. „An jeder Aufgabe hängt eine Vielzahl von Akteuren, die integriert werden müssen.“ Nach Abgabe von Siegmar Sonntags Masterarbeit ist bereits eine weitere Abschlussarbeit für Studierende in Planung: Dann gilt es Lösungsansätze für den CO2-neutralen Campus mittels Simulation zu belegen.



 

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2015 nutzte das SCC 47 Paletten mit je 100.000 Blatt Druckerpapier. Das ergibt ein Volumen von knapp 9.000.000 Seiten. Hierfür wird ausschließlich Recyclingpapier genutzt – aber viele Drucke müssen aufgrund von vermeidbaren Fehlern entsorgt werden. Ein Umstand, den auch Harald Bauer, Sprecher des Druckservices am SCC, bedauert. „Bei den meisten Autoren wäre es wünschenswert, wenn sie ihre Dokumente mit etwas mehr Sorgfalt erstellen und sich unsere ‚Print & Plot‘-FAQ anschauen würden“, so Bauer. Das SCC bemüht sich, ressourcenschonend zu arbeiten: Es werden grundsätzlich alle Druckaufträge desselben Autors gesammelt und zusammengefasst. Beschädigtes, aber unbedrucktes Papier wird für Kindergärten gesammelt. 

Den Müll trennt das SCC nach den verschiedenen recycelbaren Wertstoffen, die meisten Drucke fertigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter doppelseitig an. Einzelblattdrucke werden automatisch auf ihr Format geprüft und bei einer hohen Auflage von Großformaten findet eine individuelle Prüfung statt. Diese Methoden sollen einen möglichst umweltfreundlichen Verbrauch sichern. Das SCC will die Verluste noch weiter reduzieren. Es ruft die Autoren dazu auf, Dokumente in höherer Stückzahl mit dem Team des SCC abzustimmen und generell Aufträge auf die häufigsten Fehler zu prüfen.

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London, Bozen, Aargau, Hamburg, Köln, Karlsruhe, … Was verbindet diese, auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Städte? Die Idee eines umweltfreundlichen Nahverkehrs auf Basis von Wasserstoffbussen. Sechs Jahre ist es her, dass mit der finanziellen Unterstützung des Umweltministeriums Baden-Württemberg die Umstellung des Shuttle-Services am KIT auf mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenbusse seinen Lauf nahm. Dazu wurde zusätzlich eine Infrastruktur zur Betankung mit Wasserstoff am Campus Nord installiert. „Solche Projekte eignen sich sehr gut, um ein Thema in die Öffentlichkeit zu bringen, man hat über die große Zahl von Nutzern eine breite Wirkung“, erklärt Dr. Thomas Jordan vom Institut für Kern- und Energietechnik. Die Busse nutzen Brennstoffzellen und sind ansonsten konventionellen Hybridbussen sehr ähnlich. Zwei Elektromotoren auf den Radnaben treiben sie an. Brennstoffzellensysteme laden die Lithium-Ionen-Batterien auf dem Dach stetig nach. „Zu Beginn ihres Einsatzes hatten wir Probleme mit der Zuverlässigkeit der Busse. Das lag aber nicht am Wasserstoff, sondern an der labilen Hochleistungselektronik – hier wurde nachgebessert“, so Jordan.

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Bis zu 30 Kilogramm Wasserstoff tanken die beiden Busse jeweils täglich – das reicht für eine Strecke von mehr als 300 Kilometern und ist im Shuttle-Betrieb nach ein bis zwei Tagen verbraucht. Zum Vergleich: Ein konventioneller Diesel-Bus benötigt für diese Strecke etwa 150 Liter Diesel, was in etwa 50 Prozent mehr Energiebedarf bedeutet. „Der Wasserstoffbus ist also um einiges effizienter und umweltfreundlicher – vorausgesetzt der Wasserstoff wird grün hergestellt“, erläutert Jordan. Im Fall der Shuttle-Busse ist das zurzeit noch eine Frage der Nachhaltigkeitsbewertung: „Wir bekommen den Wasserstoff von der BASF über die Firma Air Liquide geliefert. Bei der BASF in Ludwigshafen entsteht er als Nebenprodukt einer Chloralkali-Elektrolyse. Bisher wurde der als Nebenprodukt anfallende Wasserstoff nicht genutzt. Inwieweit der für diesen Prozess verwendete Strom grün erzeugt wird, können wir zurzeit nicht zurückverfolgen“, so Jordan.

„Der Verfügbarkeit von Tankstelle und Bussen ist nach anfänglichen Schwierigkeiten zurzeit sehr hoch. Es bestehen keinerlei Nachteile gegenüber konventionellen Dieselbussen“, erklärt Jordan. Warum werden Wasserstoffbusse dennoch in so wenigen Städten eingesetzt? „Die Investitionskosten sind nach wie vor sehr hoch. Die Wasserstoffbusse sind teurer als konventionelle Busse und zusätzlich muss auch die spezielle Infrastruktur zur Betankung beschaffen und installiert werden. Ohne Subventionen ist das im Moment aus wirtschaftlicher Sicht noch nicht umsetzbar, auch wenn die potenziellen Einsparungen im Betrieb mit eingerechnet werden. Die bessere Nachhaltigkeit wirkt sich unter den gegebenen Umständen nicht ausreichend positiv auf die Wirtschaftlichkeit aus“, resümiert Jordan. In die Gesamtanalyse muss außerdem die Produktion und insbesondere der Transport des Wasserstoffs einfließen. Ausreichend Wasserstoff entsteht zwar in vielen Industrieanlagen als teilweise ungenutztes Nebenprodukt, der Transport des sehr leichten Gases ist jedoch meist aufwändig und teuer. Die Alternative: den Wasserstoff vor Ort für die Busse produzieren. Eine Zukunftsvision für das KIT. An den Technologien für den eigenen, zu 100 Prozent grün produzierten Wasserstoff wird bereits gearbeitet.

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Die Karlsruher Initiative zur nachhaltigen Energiewirtschaft, kurz kine, engagiert sich seit fast zehn Jahren für eine effizientere Energienutzung am KIT. Als Hochschulgruppe und eingetragener Verein möchte sie so ihren Beitrag für eine bessere Umwelt leisten. „Wir wollen ein Bewusstsein bei den Menschen erzeugen und über Verbesserungsmöglichkeiten informieren“, so Matthias Ernst, Sprecher von kine. „Wir verfolgen das über eigene Projekte und Informations-veranstaltungen, dabei kommt auch der Spaß in der Gruppe nicht zu kurz.“ Erfolge erzielte kine bereits bei der preisgekürten Energieberatung eines Kindergartens und bei der Mitentwicklung des Grünen Campusbüros am KIT.

Zudem verteilen die Mitglieder bei der Aktionswoche der Sonnenenergie, wenn sie Glühwein am AKK verkaufen, Handzettel mit Energiespartipps für den Alltag an Studierende. In der kine-Vortragsreihe werden verschiedene Themen rund um Umwelt und Energienutzung vorgestellt. Der nächste öffentliche Vortrag findet am 31. Mai 2016 statt.

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Das AKK-Café: Mittendrin und vom Campus nicht wegzudenken. Ann-Christin Kulick hat mit Johanna und Natascha über Pappbecher, das AKK-Gefühl und die Lieblingsgetränke der Studierenden gesprochen.

Es ist zehn Uhr morgens. Als ich das AKK-Café betrete wimmelt es von Menschen. An der Bar wird Kaffee bestellt. Rund um die kleinen Tische sitzen Gruppen von Studierenden – trotz der vorlesungsfreien Zeit ist einiges los auf dem Campus. „Gerade ist eine Klausur aus, sonst  wäre heute nicht so voll“, wird mir Natascha später erzählen. Sie ist heute der „Thekenhasi“ – sorgt dafür, dass alle ausreichend mit Kaffee und Tee versorgt sind. Johanna war schon um 9:30 Uhr da und hat das Café für den Betrieb vorbereitet. Sieben Liter Kaffee und fünf Liter Tee stehen bereit, aber es wird laufend nachgekocht. Etwa zehn Kilogramm Kaffeepulver werden heute noch in flüssiger Form über die Theke gereicht werden. „Wir verwenden nur regionalen, fair gehandelten Kaffee, trotzdem können wir die Preise seit 20 Jahre stabil halten“, berichtet Johanna. 50 Cent kostet die Tasse – ein unschlagbarer Preis. „Die Tasse kostet uns tatsächlich mehr als der Inhalt, aber wir wollen definitiv an den Keramik-Tassen festhalten.“ Warum es keine Pappbecher gibt, was die Arbeit am AKK ausmacht und welche Veranstaltungen man im Sommer auf keinen Fall verpassen sollte, erfahrt ihr im Interview.
    
Foto: Kristina Rütten – Fotolia

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